| U N S I N K B A R. Manchmal rede ich im Schlaf |
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Donnerstag, 1. Juni 2006
La Ment
culthero, 11:42h
Zwischen Weinproben, 9Euro-Bussen, Beziehungskrisen und Parties stolpere ich zwischendurch mal über ein großartiges Buch, das ich lange nicht mehr gelesen hatte: Malina von Ingeborg Bachmann. Irgendwie finde ich mich da zwischen den Zeilen wieder. Immer auf der Suche. In meiner Verwirrung rase ich ans Meer und renne zwei Tage am Strand rum, ohne zu wissen warum. Schaue raus aufs Wasser und attraktiven Frauen hinterher. Sie mustern mich eher mitleidig. Natürlich, ich sehe hundserbärmlich aus, dazu der Mangel an Gebügeltem, genereller Frische. Abends trinke ich, wie immer am Meer. Es gehört für mich irgendwie zusammen. Der Blick aufs Meer, die Flasche, das Gefühl mystischer Klarheit, die am nächsten Morgen nebligem Dunst weicht und ein Gefühl von Niedergeschlagenheit zurücklässt. Nebel allerorten.
Mittags fahre ich ziellos durch die Kooge, ein Haus, dann wieder lange nichts, dann ein wieder ein Haus, ein Bauernhaus, mit Reetdach, aus roten Backsteinen, an den Ecken schon etwas verkommen, die Fenster aus Holz, vermutlich schimmlig. Jedenfalls sehr alt. Ich hätte es sofort gekauft. Die Welt ist hier am Schönsten für mich. Eine Frau hängt Wäsche auf und mustert mich, während ich Ihr Haus anstarre. Zu meiner Verwunderung lächelt Sie und es steht Ihr gut, gerne würde ich eine blöde Frage stellen, aber mir fällt nichts ein in solchen Momenten. Ich lächle zurück, starte wieder den Motor und fahre. |
Last update: 2006.06.11, 20:37
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